Unvorhergesehene Momente beim Ausritt: Warum unsere innere Ruhe alles verändert
Unvorhergesehene Situationen passieren. Da können wir noch so gut vorbereitet sein – manchmal mischt das Leben einfach mit. Und dann zeigt sich, ob aus einer kleinen Panne etwas Größeres wird. Oder ob sie einfach nur eine Geschichte bleibt, die uns noch ein Stück näher zu unserem Pferd bringt.
Heute war so ein Tag.
Fritz und ich kennen uns seit fast zwölf Jahren. Wir sind ein eingeschweißtes Team. Meistens bringt uns so schnell nichts aus der Ruhe. Doch auch wir sind einfach nur Wesen mit all unseren Stärken und kleinen Schwächen.
Wir waren zu sechst unterwegs – drei Pferde, drei Reiterinnen. Ein ganz normaler Ausritt. Ich wie immer ohne Sattel auf Fritz, die Zügeln am Stallhalfter befestigt in der Hand. Wir sind den gewohnten Weg geritten, haben ein Stück galoppiert und sind dann im Schritt den Berg hinuntergegangen. Unten am Fuße wollten wir den Husky-Trail schnell überqueren und ihn im Galopp hinter uns lassen. Wie immer, schnell und ohne Begegnung mit den Huskys. Zwei Jahre lang hat das auch gut funktioniert. Doch nicht heute.
Etwa zwanzig Meter davor hörten wir es schon. Ein leises, fremdes Geräusch. Das Schneemobil. Und dann tauchte sie auf – die orangerote Mütze der Fahrerin zwischen den Bäumen. Dahinter eine ganze Kolonne: vier Schlittengespanne mit je fünf bis sechs Huskys und Touristen.
Fritz war einen Moment abgelenkt. Die leuchtende Mütze, die plötzlich erschien, hatte seine ganze Aufmerksamkeit. Er lief etwas zu weit rechts – und verlor den Boden unter den Füßen.
Direkt neben dem Weg verläuft ein Graben. Im Winter, wenn alles voller Schnee liegt, sieht man ihn nicht mehr. Fritz ist groß – und versank trotzdem komplett im Tiefschnee.
Die anderen Pferde und Reiterinnen waren in diesem Moment überfordert. Ich spürte die Unruhe. Aber ich blieb bei Fritz. Ich achtete nur darauf, auf seinem Rücken zu bleiben und ihn nicht zu behindern: Keine hektischen Bewegungen, kein Ziehen an den Zügeln.
Mit schweren Schritten und ein paar kräftigen Sprüngen kämpfte er sich zurück auf den festen Weg. Kaum standen wir wieder sicher, richtete sich unser beider Aufmerksamkeit sofort auf die Husky-Kolonne, die nun angehalten hatte.
Ein sehr heikler Moment.
Fritz stand wie angewurzelt da und starrte auf das, was da vor uns passierte. Ich spürte sein ängstlich Herz klopfen. Er drehte seine Augen suchend zu mir. In diesem Blick lag die stille Frage: „Was geschieht hier? Bin ich in Gefahr?“
Ich wusste: Jetzt entscheidet sich viel.
Wenn ich jetzt innerlich in Panik geraten wäre, hätte sich diese Unruhe sofort auf Fritz übertragen. Und von ihm auf die anderen Pferde. Die Huskys hätten ihrem Jagdinstinkt folgen können. Die Touristen hätten die Hunde vielleicht nicht halten können. Eine panische Flucht der Pferde, Stürze, Chaos – der absolute Worst Case.
Aber ich blieb ruhig.
Mein Blick ruhte aufmerksam, aber nicht ängstlich auf den Hunden. Meine rechte Hand lag sanft auf Fritz’ Hals. Ich nahm die Zügel nicht auf. Ich signalisierte ihm mit meiner ganzen Haltung: „Ich sehe das. Ich bin da. Du bist nicht in Gefahr. Es gibt keinen Grund zur Sorge.“
Die Huskys trabten nun langsam weiter den Trail entlang. Sie würdigten uns keines Blickes. Vielleicht haben sie uns wirklich nicht bemerkt – weil wir einfach nur standen und nicht liefen oder gar flohen.
Als der letzte Schlitten im Wald verschwand, setzte Fritz ganz von selbst seinen Heimweg fort. Er blickte der Kolonne noch nachdenklich hinterher.
Den Rest des Weges ging er in einem schnellen, energischen Schritt. Seine Art, das Adrenalin abzubauen, ohne in blinde Flucht zu verfallen. Im Galopp wäre das nicht möglich gewesen – da hätte sein Körper vielleicht gedacht, er müsse doch noch weglaufen. Aber ich konnte ihn mit langen Zügel laufen lassen, wie immer.
Zu Hause angekommen war alles gut. Fritz war zufrieden. Ruhig. Verbunden.
Und ich?
Ich bin wieder einmal dankbar, wie wertvoll diese tiefe, ruhige Verbindung ist. In solchen Momenten zeigt sich, dass wir als Mensch wirklich die sichere Welt für unser Pferd sein können. Dass unsere innere Verfassung oft mehr entscheidet als alle Technik oder Vorbereitung.
Fritz hat in diesem Augenblick genau gespürt: Ich bin bei ihm. Und solange das so ist, kann er auch mit dem Unerwarteten umgehen.
Kennst du solche Momente?
Diese unerwarteten Begegnungen beim Ausritt, in denen plötzlich alles auf der Kippe steht? Wie hast du reagiert? Und wie hat dein Pferd darauf geantwortet? Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Geschichte mit mir und der Community teilst – gerne per Mail.
Denn genau aus solchen geteilten Erlebnissen lernen wir am meisten. Über uns. Über unsere Pferde. Und darüber, was echte Partnerschaft eigentlich bedeutet.
In tiefer Verbundenheit, Linda Held

Wenn dich diese Geschichte berührt hat und du wissen möchtest, wie stark eure Verbindung wirklich ist, dann lade ich dich herzlich ein, mein kleines, ehrliches Quiz zu machen. In nur 12 Fragen darfst du ohne Druck hinschauen: Wo fließt schon tiefe Magie – und wo darf noch mehr Vertrauen und Ruhe wachsen?
Falls du danach spürst, dass du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest – in die Arbeit mit deiner eigenen Energie, mit innerer Ruhe und echter Partnerschaft – dann schau gerne auch beim Onlinekurs „Mein Pferd. Mein Partner“ vorbei. Dort gehen wir genau diese Schritte gemeinsam.