Dimitri

Mein bester Freund, mit dem alles begann.

2002

Wie alles begann.

Zum ersten Mal sah ich Dimitri 2002, als er gerade drei Monate alt war. Der kleine Schwarzwälder Hengst stand noch bei seiner Mutter. Er eroberte das Herz von mir und meiner Mutter sofort.

Später kam er zu uns in die Nähe von München und wuchs in einer gemischten Pferdeherde auf. Er war neugierig, ausgeglichen und schon als Jungpferd erstaunlich unerschrocken.

Dimitri

Unsere gemeinsamen Jahre

Mit ihm wurde so vieles möglich.

Ich erinnere mich noch gut an einen Stephaniritt mit vielen Pferden, Kutschen und einer Blaskapelle. Während andere Pferde vielleicht nervös geworden wären, steckte Dimitri sein Maul in die Öffnung einer Tuba – offenbar wollte er wissen, ob es darin etwas zu fressen gab.

Wir lernten gemeinsam, probierten vieles aus und wuchsen immer enger zusammen. Ich ritt ihn ohne Sattel und später auch ohne Trense. Er liebte das Ziehen, die Zirkuslektionen und ganz besonders das Publikum.

Mein Freund

Er war immer für mich da.

Dimitri begleitete mich durch meine Jugend. In einer Zeit, in der ich mich häufig verloren und fehl am Platz fühlte, war er mein Rettungsanker.

Er hatte auch gesundheitliche Schwierigkeiten. Seine starke Sonnenlichtempfindlichkeit verlangte uns viel Aufmerksamkeit ab. Wir haben versucht, ihn so gut wie möglich zu schützen.

Und wir hatten viele glückliche Jahre miteinander.

Dimitri

Abschied von Dimitri

Doch dann, eines Junitages 2014, war plötzlich alles anders. Mein geliebter Dimitri, der mich durch meine Jugend hindurch begleitet hatte, mit dem ich aufgewachsen war, mein bester Freund – er war nicht mehr da. Einfach so. Weg. Am Abend zuvor war noch alles wie immer gewesen: die Pferde waren munter und freuten sich über das Abendheu. „Schlaft gut, bis morgen!“, das war mein täglicher Abschiedssatz an sie. Doch dieses Mal gab es kein Morgen mehr. Dimitri war über nacht völlig überraschend über die Regenbogenbrücke gegangen. Nun lag er tot auf der Koppel, einfach so. Kein Schweiß, keine Anzeichen eines Kampfes, nichts. Er lag da, als würde er schlafen. Ich verstand erst, dass er wirklich nicht mehr in diesem Körper war, als ich ihn anfasste: sein Fell glänzte in der Sonne, doch der Pferdekörper war kalt, leblos und steif.

In diesem Augenblick brach für mich eine Welt zusammen. Wie konnte mein bester Freund, mein Lebensinhalt, einfach so nicht mehr da sein? Ich hatte das Gefühl, als ob ich nie wieder glücklich sein konnte. Ich war tieftraurig, dann wütend, dann wieder traurig. So ging das etwa zwei Wochen lang. Ich traute mich kaum in den Stall, um mit meiner Mutter zusammen die anderen beiden Pferde zu versorgen. Zuerst beschloss ich, nie wieder ein Pferd haben zu wollen. Es zu verlieren tat einfach zu weh! Doch Fritz änderte meinen Plan …

Dimitri

Dimitri hatte das beste Leben, das wir ihm bieten konnten. Wir haben sicher auch Fehler gemacht, dennoch bin ich mir sicher, dass er bei uns glücklich war. Er hat für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, und ich bin sehr dankbar für die 11 schönen Jahre, die wir zusammen erleben durften. Ich habe sehr viel gelernt, sehr viele Erfahrungen mit ihm sammeln dürfen und denke noch oft an ihn.

In Gedenken an Dimitri, ein ganz besonderes Pferd.

Ich liebe dich, wir sehen uns wieder.

Dimitri

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