Pferdeaugen faszinieren uns seit jeher. Sie sind nicht nur unglaublich ausdrucksstark, sondern auch ein wahres Meisterwerk der Evolution. Wenn du deinem Pferd tief in die Augen schaust, siehst du mehr als nur einen schönen Blick – du siehst seine Stimmung, seine Geschichte und manchmal sogar Hinweise auf seine ganzheitliche Verfassung. In diesem Beitrag tauchen wir ein in die Besonderheiten der Pferdeaugen und zeigen, was du daraus lesen kannst. Besonders spannend wird es bei der Irisanalyse nach Janna Strehlau, die das Pferdeauge als echte „Landkarte“ des Körpers nutzt.
Was macht die Augen der Pferde so besonders?
Pferdeaugen gehören zu den größten bei Landtieren, und das hat seinen Grund. Sie sitzen seitlich am Kopf, sodass dein Pferd ein nahezu 360-Grad-Sichtfeld hat. Nur ein kleiner Bereich direkt vor und hinter dem Kopf bleibt „blind“. Das macht sie zu perfekten Fluchttieren: Sie erkennen jede Bewegung in der Peripherie sofort und können frühzeitig auf Gefahren reagieren. Die Pupillen sind horizontal-oval geformt – ideal, um den Horizont und den Boden gleichzeitig scharf zu sehen, ohne ständig den Kopf zu drehen.
Die Anatomie ist hochentwickelt: Die Hornhaut schützt vorne, die Lederhaut hält den Augapfel stabil, und die Linse sorgt für eine beeindruckende Fernsicht. Pferde sehen dichoten – sie unterscheiden vor allem Blau- und Grüntöne, während Rot eher grau wirkt. Dafür haben sie eine hervorragende Dämmerungs- und Nachtsicht dank des Tapetum lucidum, einer reflektierenden Schicht, die das wenige Licht noch einmal nutzt. Und dann die Wimpern: Besonders am oberen Lidrand bilden sie ein sensibles Schutzsystem, das schon bei leichtem Wind oder Staub reagiert.
Doch das wirklich Besondere ist der Ausdruck. Pferdeaugen verraten die Seele wie kaum ein anderes Sinnesorgan. Ein weicher, halb geschlossener Blick signalisiert Entspannung und Vertrauen. Weit aufgerissene Augen mit sichtbarem Weiß? Alarm oder Anspannung. Ein ruhiger, fester Blick kann Neugier oder Konzentration bedeuten. Mit etwas Übung liest du daraus sofort die Stimmungslage deines Pferdes und baust so eine noch tiefere Verbindung auf.
Was kannst du aus den Augen wirklich „lesen“?
Neben dem emotionalen Ausdruck gibt es die Irisanalyse, eine uralte, ganzheitliche Methode, die Janna Strehlau meisterhaft für Pferde anwendet. Sie ist keine medizinische Diagnose, sondern eine ergänzende, schmerzfreie Beobachtung, die tiefere Einblicke in Konstitution, Veranlagungen und mögliche Disbalancen liefert. Janna Strehlau, Pferdewirtin mit jahrelanger Erfahrung in der naturnahen Pferdehaltung und -ausbildung (u. a. in Namibia und Südafrika), kombiniert die Irisanalyse mit Kräuterheilkunde und Natural Horsemanship. Für sie ist das Auge ein „Gesundheitskompass“ und ein Fenster zum gesamten Pferdekörper.
Die Grundlage ist faszinierend: Iris und Gehirn entstehen embryonal aus demselben Gewebe und bleiben über Nerven, Bindegewebe und Muskeln eng verbunden. Veränderungen in der Entwicklung oder Belastungen des Pferdes spiegeln sich in der Iris wider – schon bei Fohlen ab sechs Wochen bis sechs Monaten sind erste Hinweise sichtbar. Janna Strehlau betrachtet die Iris schichtweise und individuell. Sie liefert Orientierung für:
- Konstitution und Veranlagungen: Stärken und Sensibilitäten deines Pferdes – z. B. empfindliche Hufe, Neigung zu Hautproblemen wie Ekzemen oder Equinem Sarkoid, oder eine besondere Anfälligkeit für Gewichtsprobleme.
- Organbezogene Hinweise: Zum Beispiel auf Nieren- und Lebergesundheit als zentrale Regulationsorgane für Flüssigkeitshaushalt, Entgiftung und energetisches Gleichgewicht.
- Psyche und Verhalten: Individuelle Eigenschaften, die sich auf das Verhalten auswirken – hilfreich bei Verhaltensveränderungen oder herausfordernden Phasen.
- Praktische Anwendung: Vor dem Pferdekauf, in der Zucht (z. B. Fruchtbarkeits-Hinweise) oder zur Feinabstimmung von Haltung, Fütterung und Training.
Janna betont immer: „Die Irisanalyse ist ein ergänzendes Instrument innerhalb meiner ganzheitlichen Arbeit.“ Sie ersetzt keine Tierarztuntersuchung, gibt aber wertvolle Impulse, um dein Pferd noch differenzierter wahrzunehmen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Oft kombiniert sie die Analyse mit individuellen Kräuterempfehlungen – ganz im Sinne der natürlichen „Apotheke“, die Wildpferde schon seit Generationen nutzen.
Warum lohnt es sich, genauer hinzuschauen?
In einer Zeit, in der wir Pferde immer besser verstehen wollen, ist die bewusste Beobachtung der Augen ein Geschenk. Du lernst nicht nur die Anatomie und die sinnliche Welt deines Pferdes kennen, sondern auch, wie Körper, Geist und Umfeld zusammenspielen. Janna Strehlaus Arbeit zeigt eindrucksvoll: Das Pferdeauge ist mehr als ein Sinnesorgan – es ist ein Spiegel der individuellen Geschichte und ein Wegweiser für ein noch besseres Miteinander.
Nimm dir nächstes Mal im Stall einen ruhigen Moment, halte Abstand und schau deinem Pferd wirklich in die Augen. Du wirst staunen, was du alles entdeckst. Und wenn du tiefer einsteigen möchtest, lohnt ein Blick auf die Arbeit von Janna Strehlau – sie macht aus Beobachtung echte Partnerschaft.

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Ein ausführlicher Beitrag von Janna Strehlau über die Geheimnisse der Pferdeaugen ist hier natürlich auch mit dabei!
