Von Polarnacht zur Mitternachtssonne
Eben war noch Winter, Minusgrade und Schneefall – plötzlich ist Sommer. Solche Extreme gibt es wirklich nur nördlich des Polarkreises. Wo sonst kann man den letzten Rest Schnee bei angenehmen +20 Grad dahinschmelzen sehen? Wo sonst wärmt die Sonne Anfang/Mitte Mai schon so sehr, dass man trotz einstelliger Plusgrade im T-Shirt draußen die wärmenden Strahlen genießt?
Apropos Sonne: Ende Mai haben wir 150km nördlich des Polarkreises (also im „Süden“ der Polarregion) noch etwa 3 Stunden Nacht. Die Tage werden pro Woche ca. 1 Stunde länger. In 3 Wochen also geht die Sonne nicht mehr unter, es ist die Zeit der Mitternachtssonne. Eine besondere Zeit. Eine aktive Zeit. 24/7 Sonnenschein, Helligkeit, Wärme. Alles wächst und gedeiht rund um die Uhr. Die Natur und die Tiere nutzen die kurze Sommerzeit in vollen Zügen.
Wie Pferde mit den extremen Jahreszeiten in Lappland zurechtkommen
Als Pferdemensch beobachte ich besonders fasziniert, wie robust und anpassungsfähig die Pferde hier oben mit diesen extremen Wechseln umgehen. Die einheimischen Finnpferde und robusten Kaltblüter wie mein Noriker Fritz sind wahre Meister der Anpassung.
Im Winter tragen sie ein dickes, dichtes Winterfell, das sie vor eisigen Temperaturen schützt. Sie nutzen die Kälte sogar für mehr Energie und Spielfreude. Im Sommer hingegen, wenn die Sonne kaum untergeht und es richtig warm wird, verändern sich ihre Bedürfnisse spürbar.
Fritz zum Beispiel hat mit den extremen Bedingungen generell keine Schwierigkeiten – er ist ein Noriker durch und durch. Aber im Hochsommer wird er öfter müde und freut er sich doch ab und zu über den dunkleren, kühlen Stall zum Schlafen. Die anhaltende Helligkeit und Wärme kosten Kraft. Dann schläft er nachmittags, wenn es heiß ist, ein paar Stunden im Stall, während er nachts, wenn es etwas kühler wird, wieder aktiv und zufrieden auf der Weide steht.
Genau wie wir Menschen brauchen auch die Pferde in dieser Zeit mehr Schatten, frisches Wasser und die Möglichkeit, ihrem natürlichen Rhythmus zu folgen. Viele Pferde hier reduzieren ihre Aktivität in den heißesten Stunden und nutzen die milderen Morgen- und Abendstunden (oder die „hellen Nächte“) für Bewegung.
Die Magie des lappländischen Sommers
Nachts ist die Stimmung besonders mystisch: Die Sonne berührt kurz den Horizont in wunderschönem Orangerot und steigt dann sofort wieder auf. Wenn es windstill ist, bildet sich leichter Nebel über dem Waldboden – ein magischer Moment, den ich besonders liebe. Dann stehen die Pferde ruhig da, genießen die sanfte Helligkeit und die kurze Sommerzeit in vollen Zügen.
Der lappländische Sommer erinnert uns daran, wie wertvoll diese intensive Licht- und Wachstumsphase ist. Für uns Menschen wie für unsere Pferde.
Genießt euren Sommer, wo auch immer ihr seid – ob mit Mitternachtssonne oder klassischem Abendrot. Nutzt die warme Zeit bewusst, schenkt euren Pferden extra Schatten und Ruhepausen und tankt selbst neue Energie.
Hello Summertime – lasst es leuchten!

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